Fernwanderung 2016: Von Stilfs zum Stilfser Joch (Tag 3)

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Am dritten Tag der Fernwanderung ging es richtig hoch hinauf. Auch was die geleisteten Höhenmeter anging, krachte es: Über 1.800 standen am Ende auf meinen Gerät. Mehr sollten es in diesem Jahr an einem Tag nicht werden.

Nach einem frühen Start um halben Sieben erreichten wir nach knapp drei Stunden die bewirtschaftete Furkelhütte. Hier gab es einen Kaffee und gewaltige Ausblicke zum Ortler (Bild oben). Über den schön angelegten Goldseeweg gelangt man nach zwei weiteren Stunden an den Fuß der Rötlspitze. Die Punta Rosa ist ein leichter Dreitausender. Anna sitzt am Gipfel auf 3.026 Metern Höhe und wird vom Ortler und dem Monte Zebru im Hintergrund beinahe erschlagen.

Auf der Rötlspitze im Ortler-Massiv

Knapp neun Stunden nach dem Aufbruch kamen wir am nicht schönen Stilfser Joch an. Der Pass liegt auf 2.758 Metern Höhe und ist eine eigene kleine Stadt: Hotels, Gastronomie, Souvenirläden, Touristen und Tagesausflügler wohin das Auge blickt.

Blick auf das Stilfserjoch

Wir übernachteten in der Tibethütte auf 2.770 Metern. In dieser Höhe freut man sich über ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, wundert sich aber gleichzeitig, dass eine so gut an die Infrastruktur angebundene Hütte nicht mehr als eine 08/15-Küche zustande bringt, die von jeder mittelmäßigen Gastwirtschaft im Tal übertroffen wird. Aber gut, das war zugleich unsere letzte Nacht in Südtirol. Und es ist schon ein kleines Erlebnis in einer solchen Höhe zu schlafen, kulinarisch war es das Ende einer kleinen Durststrecke. Denn ab Morgen wartete – endlich – die Lombardei und sie sollte viel mit uns vorhaben.

Die Tagesetappe im Überblick:

  • Dienstag, 26. Juli 2016
  • Start:Stilfs/Stelvio, Südtirol (1.306m)
  • Ziel: Tibethütte am Stilfser Joch, Südtirol (2.770m)
  • Wegverlauf: Platztal – Prader Alm – Furkelhütte – Goldsee
  • Dauer inklusive Pausen: 8 3/4 Stunden
  • Aufstieg: 1.825 HM – Abstieg 350 HM
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Fernwanderung 2016: Von Laatsch im Vinschgau nach Stilfs (Tag 2)

Vinschgau, Südtirol, Glurns, Schluderns, Prad

Auf dem Weg zum Stilfser Joch ist es, aus dem Vinschgau kommend, fast nicht möglich, die Strecke an einem einzigen Tag zu gehen. Es ist einfach zu weit und da die verschnörkelte, von Motorradfahrern und Bikern in Dauerbesitz genommene Passstraße absolut keine Alternative zum Wandern ist, muss eine Zwischenübernachtung eingeplant werden. Der Ort Stilfs bietet sich an.

Auf ein unanstrengendes Tal-Gehaatsche von Glurns über Prad und von dort weiter Richtung Joch hatten wir keine Lust, so konstruierte ich eine einfache Bergpassage östlich der Region des fast 3.000 Meter hohen Piz Chavalatsch. Hier trifft man am Rand einsamer Waldwege überraschend auf alte, nicht mehr benützte Waalwege.

Über die unspektakuläre Lichtenbergscharte, wo auch der Anschluss an die große Weitwanderstrecke „Via Alpina“ hergestellt wird,  gelangt man nach ein paar Hundert Höhenmetern hinab nach Stilfs. Das Foto entstand im Aufstieg von Glurns und zeigt das Vinschgau Richtung Meran, das von hier aus noch gut 50 Kilometer entfernt ist.

Der Ort Stilfs liegt hübsch am Berg und ist ein klein wenig touristisch geprägt. Über unsere Unterkunft, den Stilfserhof, gibt es nicht viel zu berichten, ausser vielleicht, dass sie nicht in der Lage waren, uns um Sechs in der Früh ein halbwegs gescheites Thermoskannen-Frühstück hinzustellen. Im Stilfserhof kocht der (junge) Chef und dabei macht er seinen Job in der Küche auch ganz gut. Wertschätzung und Empathie sind jedoch leider gefühlte Mangelware. Zumindest die resolute Senior-Chefin versuchte das durch beherzten Einsatz am frühen Morgen so gut es noch ging auszugleichen.

Am Rande bemerkt: Nach zwei Tagen Südtirol keimt in diesem Jahr erstmals ein zugegeben pauschaler, mich persönlich aber überraschender Verdacht auf, dass es dieser Region wegen ihrer großen touristischen Erfolge in der Vergangenheit vielleicht etwas zu gut gehen könnte und sie dabei ist, den Respekt vor dem Gast zu verlieren. Die anschließende Woche in der Lombardei und die vielen herzlichen Begegnungen dort lassen das Alto Adige im direkten Vergleich offen gesagt nicht besonders gut aussehen. Und kulinarisch war die Südtiroler Zeit diesmal ein Desaster: Wiener Schnitzel und labbrige Bratkartoffeln, das ist alles?

Die Tagesetappe im Überblick:

  • Montag, 25. Juli 2016
  • Start:Laatsch/Laudes, Südtirol (967m)
  • Ziel: Stilfs/Stelvio, Südtirol (1.306m)
  • Wegverlauf: Glurns – Bergwaal – Höfeweg – Lichtenberg Scharte
  • Dauer inklusive Pausen: 6 1/2 Stunden
  • Aufstieg: 1.025 HM – Abstieg 700 HM
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Fernwanderung 2016: Vom Reschensee nach Laatsch im Vinschgau (Tag 1)

Viele Jahre dauerte es und ich dachte zu keiner Zeit, dass mich meine Wanderwege auch mal in die Lombardei führen würde. Lange wusste ich nicht mal, wo das überhaupt ist. 2016 durchquerten wir sie von Ost nach West!

Kurzer Rückblick: 2003 der Start in Lindau am Bodensee. Danach ging es mehrere Jahre durch die nördlichen Ostalpen bis irgendwann Wien erreicht war. Eine weite Kurve durch das Burgenland und sogar ein paar Meter durch Ungarn an den Neusiedler See und schon ging es via Klagenfurt auf die Alpensüdseite. Erst Kärnten und Slowenien und vor zwei Jahren das erste Mal Italien. Heuer führte die selbst zusammengestöpselte Weitwanderung quer durch das Valtellina in der Lombardei. Es war eine der schönsten Touren überhaupt.

Vinschgau zwischen Reschensee und Haidersee in Südtirol

Der erste Tag verlief wie so oft recht harmlos. In vier Stunden fuhren wir mit Bahn und Bus vom heimischen Garmisch-Partenkirchen nach St. Valentin auf der Haide, ein winziger Ort, der am südlichen Ende des Südtiroler Reschensees liegt. Hier beginnt das Vinschgau und an der dortigen Staumauer endete vor einem Jahr die letzte Fernwanderung.

Wir wanderten am Westufer des hübschen Haidersees entlang und folgten danach der Etsch, erst ins nette Burgeis und über das winzige Schleis in den ebenfalls recht kleinen Ort Laatsch, unserem ersten Tagesziel. Übernachtung im etwas in die Jahre gekommenen Gasthof Lamm, der aber als Etappen-Stützpunkt kaum Klagen aufwirft. Ein halber Wandertag fast ohne Höhenmeter zu Beginn, da gewöhnt man sich fast mühelos an die 11 Kilo auf dem Buckel.

Die Tagesetappe im Überblick:

  • Sonntag, 24. Juli 2016
  • Start: Staumauer bei St. Valentin auf der Haide, Südtirol (1.470m)
  • Ziel: Laatsch/Laudes, Südtirol (967m)
  • Wegverlauf: Haidersee-Westufer – Burgeis – Schleis
  • Dauer inklusive Pausen: 3 3/4 Stunden
  • Aufstieg: 75 HM – Abstieg 565 HM
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Eine Reise nach Sizilien

Mit dem Auto zwei Wochen durch Sizilien. Im Frühjahr 2016 reisten wir von Palermo  im Uhrzeigersinn einmal um die Insel. Nur der Westen um Trapani fiel leider aus.

Chiesa di Santa Anna in Palermo

Das schönste Land der Welt. Mit dabei waren Signora Anna …

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… und Signore Peter.

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Die Kathedrale von Palermo, erbaut 1185.

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Im Normannenpalast ist immer viel los, die Schlangen gerne frustrierend lang. Der Palazzo Reale oder Palazzo dei Normanni heißt so, weil Roger II, der Anfang des 12. Jahrhunderts der allererste König von Sizilien war, hier seinen Regierungssitz errichtete. Roger war Normanne, das waren keine Wikinger, sondern Ansässige der Normandie. Die Touristen auf dem Bild warten am Eingang der Cappella Palatina, das ist die Hofkapelle. Fotografieren ist innen streng verboten. Allein wir zwei Deutsche hielten uns daran. Porca miseria.

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Kulissentaugliches Rumgestehe – Figuren der Fontana Pretoria in Palermo.

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Die Kirche La Mortarana in Palermo, im Vordergrund San Giovanni degli Eremiti mit den roten, arabisch anmutenden Kuppeln.

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In jedem Reiseführer steht, dass man in Palermo Street Food essen muss. Heute im Angebot: Pane con milza (Milzbrot). Ich weiß nicht…

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Nachts in Palermo: wo ist il padrino?

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Von Palermo ging es mit einem prächtigen Renault Kadjar (nicht im Bild) nach Monreale. Einziger Grund: Die dortige Kathedrale.

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Sehenswert vor allem das goldene Christus-Mosaik in der Apsis.

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Danach zwei Tage Cefalú an der sizilischen Nordküste: Der örtliche Dom natürlich mal wieder die Hauptsehenswürdigkeit. Wie schön ist das hier, man will für immer da bleiben…

IMG_6935 Trotz seiner 15.000 Einwohner hat sich Cefalú den Charme eines Fischerdorfes erhalten. Oder was man dafür hält.

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Gleich bei Cefalù steht der Burgberg, der Rocca di Cefalù. Hat man an dessen Fuß vier Euro Eintritt entrichtet (Eintritt für einen Berg??) und danach ein paar Höhenmeter erklommen, haut einen der Blick von oben um.

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Zeitsprung 24 Stunden – wenige Autostunden weiter im Osten von Sizilien liegt das traumhaft schöne Taormina. Hat man sich einmal mit den Touristenmassen arrangiert, die sich täglich durch den kleinen Ort wälzen, ist alles gut. Der Ort ist wie ein Wunder.

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Die große Attraktion hier ist – neben dem Ätna – das antike Theater. Auf dem Foto sind beide im Bild, der Vulkan leider nur etwas milchig rechts hinten. Aber Geduld…

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Farbenprächtig bunt wie der Laden von Roberto sind die Dolci, also die Süßigkeiten, die hier zum Verkauf angeboten werden. Sie helfen auch dabei, die Stunde bis zum Abendessen zu überbrücken.

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Weiter Richtung Süden ging es direkt über den Ätna. Die Buslinie endet auf 2.900 Metern Höhe. Zum Kraterrand auf 3.300m darf man nicht hoch. 1988 war ich schon mal da – da durfte man das noch.

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An einem wunderschönen, sehr wolkenlosen Tag stapften wir in der  ungemütlichen Gegend mit Hunderten anderer Touristen, die ebenfalls 64 Euro für die Fahrt hier hoch bezahlt haben, durch eine völlig öde Kraterlandschaft. Unter der ganzen Asche ist übrigens Schnee. Muss man mal herkommen, ist einmalig.

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Südlich des Ätna liegt die Stadt Syrakus. Wenn Sizilien ein Ziffernblatt ist, dann sind wir jetzt auf vier Uhr. Der Kern der Altstadt von Syrakus liegt auf einer Insel mit dem Namen Ortygia. Das ist einer der schönsten Orte auf Sizilien. Auf dem Bild sieht man den Dom und seinen am Samstag Abend mit fröhlichen Italienern belebten Domplatz.

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Das beste Ristorante, in dem wir während unserer Rundfahrt speisten, war das Basirico in Syrakus. 8/10 Punkte

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Von Syrakus aus ist es nur ein kurzer Weg in die sensationelle Barockstadt Noto. Allein hierher zu kommen war schon die ganze Reise wert. Nach einem Erdbeben vor ein paar Hundert Jahren wurde alles auf einmal komplett neu aufgebaut. Grandios. Weltkulturerbe übrigens.

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In Noto stand auch die schönste Piaggio Ape, diese kleinen, mistigen, lauten und stinkenden Ungetüme. Es scheint das Lieblingsfortbewegungsmittel des lustigen Volkes zu sein, so wie wir die Italiener seit diesem Urlaub liebevoll nennen.

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Weiter ging es nach Ragusa. Die spätbarocke Stadt ist ebenfalls Weltkulturerbe und liegt im Süden Sizilien, etwa 25 km vom Meer entfernt.

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War die Cassata siciliana in der Trattoria da Luigi in Ragusa vielleicht die beste Cassata auf unserer ganzen Reise? Diese Torte, die hauptsächlich aus Ricotta besteht, schmeckt etwa so grandios wie Tiramisu, nur besser. Vor der Reise hatte ich noch nie etwas davon gehört. Nun will ich nichts anderes mehr essen.

Themenwechsel. Der Hot Spot eines jeden Kunstliebhabers ist die Villa Romana del Casale, eine römische Villa in der Nähe von Enna, im Landesinneren von Sizilien. Die Mosaike sind super, vor allem sind sie überraschend sexy.

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Unser Übernachtungsziel war die Stadt Enna. Sie liegt auf rund 1.000 Metern Höhe (das ist hoch) und empfing uns leider mit trübem Wetter, kaltem Wind und  zapfigen Temperaturen. Besonders das fabelhafte Bed & Breakfast Antica Dimora von Patrizia und Giuseppe lohnt die Reise hierher.

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Vendesi – „zu verkaufen“. Das Schild sieht man öfter. Die Tedesca rechts friert.

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Der Ausblick hinüber nach Calascibetta entschädigt die Seele des Enna-Touristen dann wieder ein wenig.

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Der Urlaub sollte nie zu Ende gehen. Leider klappte es nicht. Es klappt ja nie. In Agrigento läuteten wir die vorletzte Runde der sizilianischen Reise ein. Hier ganz im Süden packte uns der Sommer so richtig fett. Herr Hackner, Namensgeber dieses Blogs, musste andauernd etwas laut aus dem Dumont Kunstführer vorlesen. Die Stadt selbst faszinierte dagegen mit …

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… Müllkatzen …

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… einem ungewöhnlichen Dom …

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… tollen Fenstern zu denen man gegen Gebühr hochsteigen darf …

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… abgefuckten Hinterhöfen ….

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… ihm … da war er plötzlich … einfach mal die Klappe halten ….

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… und natürlich die weltberühmten Tempel …

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… noch viel größere Tempel …

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… überaus beliebte Fotomotiv-Tempel …

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… und die große Atlas-Figur im Museum, vor der man einfach mal gerade stehen muss.

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Von Agrigent aus ging es auf die letzte Etappe Richtung Marinella di Selinunte. Hier ganz unten im Südwesten Siziliens war schon Sommer.

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Blühendes Sizilien – gibt es nur bis April. Danach sind Gräser und Wiesn braun und verbrannt.

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Drei Nächte im einfachen und gar nicht teuren Hotel Miramare im kleinen Fischerdorf Marinella di Selinunte. Zimmer im zweiten Stock mit Balkon zum Meer! Ein Traum in weiß blau ganz zum Ende.

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Und gleich nebenan in Fußgehweite der archäologische Park von Selinunte.

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Die Tempel von Selinunte zählen mit zu den bedeutendsten griechischen Bauwerken auf Sizilien. 80% der Besucher lassen sich gegen Gebühr von Elektroautos über das Gelände kutschieren.

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Dekorativ: Baum vor Tempel.

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Nicht ganz so viele Menschen wie auf der Akropolis in Athen.

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Und immer gleich so reizvoll: Alles direkt am Meer. Schöner Wohnen in der Antike.

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Erdbeben zerstörten die Anlage leider irgendwann, und immer noch liegt fast alles kreuz und quer in der Gegend herum. Am Abend hatte ich dann einen Sonnenbrand, der sich gewaschen hatte. Nicht eingschmiert, Depp.

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Gleich nebenan unser putziges Fischerdorf Marinella di Selinunte.

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Und immer wieder Archäologie. Muss man schon mögen, so Ausgrabungen. Aber wenn man mal was darüber liest und dann selber vor Ort ist, dann packt es einen und man stellt sich vor, wie alles so war oder gewesen sein könnte. Dann schwitzt man, staunt und freut sich.

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Am Abend dann, dem letzten, schaut man von seinem kleinen Balkon zum Meer und zur untergehenden Sonne, hört dem etwas zu lauten Meeresrauschen zu, freut sich aufs Abendessen im Dag Ristorante ….

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… und bekommt ganz plötzlich ein Busserl. Arrivederci Sicilia!

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Eckbauer im Winter

Eckbauer Alm liegt vor Wettersteingebirge

Am Eckbauer ist immer was los. Sogar an windigen Februarföhntagen sitzen sie dichtgedrängt im Winterraum des Gasthauses auf etwas über 1.200 Metern Höhe. Nur fünf Minuten sind es zu Fuß herüber von der Bergstation der Eckbauer-Bahn. Das schafft jeder. Und dementsprechend geht es hier zu. Mei, bayerische Berge halt…

Man kommt auch anders hoch. Und dieser Weg lohnt sich. Start am Olympia-Stadion in Garmisch-Partenkirchen, von hier auf unsympathischer Fahrstraße zur Partnachklamm. 4 Euro Eintritt zahlt der Nicht-Ansässige. Spektakulär dann die Wege in der Klamm, immer dicht an der Partnach entlang. Wenn es gefroren hat, im tiefsten Winter, erwartet einen manchmal ein Eispalast. Nass wird man immer. Man kann auch außen rum gehen. Sollte man nicht tun. Die Partnachklamm ist ein Erlebnis.

Vom Ende der Klamm den Gudiberg in einer drei Viertel Stunde auf gutem Weg hinauf zum Eckbauer. Aussicht bestaunen: Links oben im Bildeck die Dreitorspitzen, ganz rechts die Alpspitze. Schließlich nordwärts unter der Bergbahn entlang in 1,5 Stunden zurück zum Ausgangspunkt. Schöne Tour, ohne große Anforderungen. Für uns die Kategorie „Berge dahoam“. Lebenswert!

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Jakobsspitze, Südtirol

Am Gipfel der Jakobsspitze in den Sarntaler Alpen in SüdtirolSo schön wie eine Übernachtung auf der hochgelegenen Flaggerschartenhütte ist die Besteigung der nahen Jakobsspitze am Morgen danach. In einer knappen Stunde kommt man die 300 Höhenmeter durch schroffiges Gelände recht gut zum Gipfel hinauf. Im unteren Teil ganz leicht rutschig, ist der gesamte Weg ohne Probleme und gar nicht ausgesetzt machbar. Oben auf 2.741 Metern Höhe staunt man über die Weite der Südtiroler Gipfelwelt.

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Fernwanderung 2015: Von der Radlseehütte zur Flaggerschartenhütte (Tag 2)

Lorenzispitze Sarntaler Alpen

Hoch über die östlichen Sarntaler Alpen ging es am zweiten Tag der Fernwanderung 2015. Acht Stunden wanderten wir durchgängig in einer Höhe von über 2.000 Metern. Es ist eine herrliche hochalpine Tour, bei der man, gutes Wetter vorausgesetzt, prachtvolle Ausblicke hat.

Drei schöne Gipfel liegen bei dieser Tour am Weg. Der Königsanger (2.436m) ist der Hausberg der Radlseehütte, den überschreitet man automatisch gleich nach dem Start. Rund 2 Stunden später kann man gemütlich bei einem Abstecher auf der Lorenzispitze (2.483m) sitzen und den Blick zur nahen Kassianspitze und der wunderschön darunter gelegenen Kirche Schutzhaus Latzfonser Kreuz genießen. An der Fortschallscharte trifft man das erste Mal auf den Weitwanderweg Sarntaler Hufeisen. Das Schrotthorn (2.590m) wäre im weiteren leicht über einen Bypass zu erreichen, den wir aber aussparten, da es zu lang wurde. Es wäre wahrscheinlich noch eine gute Stunde plus gewesen.

Auf der letzten Etappe ab dem Tellerjoch (2.520m) ändert sich die Landschaft, das Schluss-Stück zur Flaggerschartenhütte führt dramatisch und zerklüftet durch die Felsabstürze der über 2.700 Meter hohen Jakobsspitze.

FlaggerschartenhütteNach knapp 8 1/2 Stunden Gehzeit erreicht man die neben einem See auf 2.500 Metern Höhe idyllisch gelegene Flaggerschartenhütte. Wirtin Ingrid führt das etwas spartanische, aber gemütliche kleine Haus mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft.

Die Tagesetappe am 19.07.2015 im Überblick:

Start:Radlseehütte, Sarntaler Alpen, Südtirol (2.284m)

Wegverlauf: Königsanger – Lorenzischarte – Lorenzispitze – Fortschellscharte – Tellerjoch

Ziel: Flaggerschartenhütte, Sarntaler Alpen, Südtirol (2.481m)

Gesamtdauer mit Pausen: 8 1/4 Stunden – rund 1.250 Höhenmeter im Aufstieg und 1.050 Höhenmeter im Abstieg

Die Fernwanderung 2015 im Überblick:

Fortsetzung der Ost-West-Durchquerung Südtirols im Anschluss an die Fernwanderung 2014: Diesmal ging es zusammen mit Anna von Brixen im Eisacktal über die Sarntaler Alpen nach Meran und weiter nach Naturns. Von dort folgten wir dem Vinschgauer Höhenweg fast komplett durch den gesamten Vinschgau bis hinüber zum Reschensee nahe der österreichischen und schweizer Grenze.

Insgesamt rund 10.000 Höhenmeter im Aufstieg.

    • Etappe 1: Von Brixen zur Radlseehütte, 18.07.2015
    • Etappe 2: Von der Radlseehütte zur Flaggerschartenhütte, 19.07.2015
    • Etappe 3: Von der Flaggerschartenhütte nach Astfeld im Sarntal, 20.07.2015
    • Etappe 4: Von Astfeld im Sarntal nach Meran, 21.07.2015
    • Etappe 5: Von Meran nach Naturns, 23.07.2015
    • Etappe 6: Von Naturns nach St. Martin im Kofel, 24.07.2015
    • Etappe 7: Von St. Martin im Kofel nach Tanas, 25.07.2015
    • Etappe 8: Von Tanas zum Glieshof im Matscher Tal, 26.07.2015
    • Etappe 9: Vom Glieshof im Matscher Tal nach Planeil, 28.07.2015
    • Etappe 10: Von Planeil zum Reschensee, 29.07.2015

Link zur Fernwanderung 2014

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