An einem Tag durch das Reintal auf die Zugspitze

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An nur einem Tag auf die Zugspitze und technisch schwierig soll es auch nicht sein? Geht das überhaupt? Die Antwort lautet: Ja! Man sollte aber mehr als 2.000 Höhenmeter im Aufstieg konditionell wegstecken und zumindest ein klein wenig schwindelfrei sein. Passt das, so steht der Eroberung von Deutschlands höchstem Gipfel als Tagestour nichts im Weg.

Etwas über acht Stunden inklusive Pause benötigten wir an einem föhnigen Oktobertag von der Skisprungschanze in Partenkirchen bis zum Gipfelkreuz der Zugspitze. Noch vor Sonnenaufgang passierten wir die Partnachklamm. Ohne Stirnlampe haut man sich hier im Dunkeln gnadenlos den Kopf an. Eine Regenjacke ist dagegen entbehrlich: Im Gegensatz zur Höllentalklamm bleibt man in der Partnachklamm meist trocken.

Die Dämmerung setzte ein, das obere Reintal war erreicht. Die erste Station ist die Bockhütte, sie taucht nach zwei Stunden auf. Weitere eineinhalb Stunden später erreichten wir die herrlich einsam gelegene Reintalangerhütte. Zumindest an einer Tasse Kaffee führt hier, auch für den eiligen Touristen, kein Weg vorbei: Köstlich.

An der Knorrhütte im Reintal

Der Weg durch das sehr idyllische Reintal erscheint wie ein Traum. Mit jedem Kilometer den man weiter vorankommt, wird es noch schöner und imposanter. Fast dreitausend Meter hoch sind die Gebirgszüge des Wettersteins, die das Tal von Nord und Süd begrenzen. Aus gutem Grund zählt das Reintal gemeinsam mit dem Wimbachtal bei Berchtesgaden zu den großen, beeindruckenden Tallandschaften in den bayerischen Alpen.

Bis zum Reintalanger ist die Tour eine sehr gemütliche Wanderung. Erst auf dem Weiterweg zur alpin gelegenen Knorrhütte (Bild oben) fängt es an, steiler und auch felsiger zu werden. An der Knorrhütte trifft man vermehrt auf andere Wanderer, die meisten kommen zu Fuß vom Sonnalpin herunterspaziert, ein paar andere steigen von Ehrwald in Tirol über das felsige Gatterl und den Plattsteig herüber.

Durch eine steinige Landschaft geht es auf dem Zugspitzblatt hinauf zum Gletscherbahnhof SonnAlpin. Die Touristendichte nimmt nun stark zu, denn dieser Ort läßt sich kinderleicht per Seilbahn oder Zahnradbahn erreichen.

Das letzte Teilstück bis zum Gipfel ist das Kniffligste. Erst geht es fast weglos ein steiles Geröllfeld hinauf, das viel Kraft und ein wenig Nerven kostet. Ist dieses überwunden, schließt sich ein gesicherter Steig an, der an Stahlseilen entlang auf den Grat zwischen Zugspitze und Schneefernerkopf leitet. Hier ist es immer wieder leicht ausgesetzt, was den Bergsteiger aber nicht kümmert, den Bergwanderer dagegen ein oder zwei Mal ein wenig erschreckt. Aber ernst wird es hier nie.

Gipfelkreuz der Zugspitze

Am Gipfel der Zugspitze wie erwartet der Massen-Tourismus, der einem ein Gipfel-Gefühl nicht gestattet. Anstehen an der Leiter zum Kreuz hoch, dabei immer umringt von dutzenden Arabern, Chinesen, kleinen Kindern, Halbschuhtouristen bis hin zum Jubigrat-Geher: Am Kreuz ist alles vertreten.

Die Tour durch das Reintal auf die Zugspitze ist äußerst lohnenswert und zählt für mich zu den besten Wanderungen, die man in den bayerischen Bergen unternehmen kann. Die meisten werden dabei auf der Reintalangerhütte übernachten, was eine gute Idee ist, wobei man, was man so hört, auf der Knorrhütte wesentlich komfortabler unterkommt.

Von Garmisch-Partenkirchen durch das Reintal auf die Zugspitze:

  • 21 Kilometer Länge
  • 2.280 Höhenmeter bergauf
  • 8 Stunden 15 Minuten inklusive Pausen
  • Wegverlauf: Schanze – Partnachklamm – Bockhütte – Reintalangerhütte – Knorrhütte – Sonnalpin

Unsere Gehzeiten (ohne Pause):

  • Partenkirchen (Schanze) – Bockhütte: 2 Stunden
  • Bockhütte – Reintalangerhütte: 1 Stunde 20
  • Reintalangerhütte – Knorrhütte: 1 Stunde 20
  • Knorrhütte – SonnAlpin: 1 Stunde 15
  • SonnAlpin – Zugspitze (Gipfel): 1 Stunde 15

 

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Über knurre

Bin bergsüchtig, ist aber nicht schlimm.
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